Prelude

Alles ist normal bis zum Zeitpunkt der Kehrtwende.
Bis zum Zeitpunkt an dem es beginnt und sich alles für immer verändert…

Part I

Für alles gibt es ein erstes Mal. Einen Anfang von dem alles abhängt. Dessen Zeitpunkt ist nicht immer schon vorraussehbar und deshalb kann es sein, dass er eher kommt als man es erwarten würde.

Zeichen dafür hatte es bereits am Abend vorher über der Stadt gegeben. Für viele war es nur ein weiterer spezieller Wetterbote und da der der Mann der Abendnachrichten, der das Wetter präsentierte, im Fernsehen sowieso von einem Wetterumschlag gesprochen hatte, dachte sich niemand wirklich etwas dabei. Doch in Wirklichkeit kündigte das dunkelrote Abendleuchten eine Veränderung an, wie es zuvor noch keine solche gegeben hatte. Es würde zu einer Ausseinandersetzung kommen, dessen Ausgang die endgültige Entscheidung bringen würde. Zwei Mächte, beide älter als jedes Leben auf der Erde, würden sich in einer letzten alles entscheidenden Schlacht, gegenüberstehen.

Die Sonne war endgültig unter dem Horizont untergegangen und das Nachtleben der Grossstadt begann einmal mehr aufzublühen. In den Strassen wimmelte es von Menschen. Die einen waren darauf aus, mächtig viel Geld auszugeben und eine weitere Party zu feiern, dessen Ausgang im Rausch und einem anschliessendem Kater am nächsten Tag enden würde. Andere sassen immer noch eifrig in den Büros der Hochhäuser und arbeiteten beinahe pausenlos weiter, bis sie irgendwann kurz vor Mitternacht beschliessen würden nach Hause zu gehen, um wenigstens ein paar Stunden zu schlafen, bevor der nächste Tag bereits mit seinen neuen Herausforderungen vor der Tür stehen würde und es kaum erwarten konnte, hereinzubrechen.

Dann gab es noch die dunklen Gassen, in denen sich links wie rechts der Abfall auf Bergen häufte und es entsetzlich nach Verdorbenem roch. Hier konnte man hin und wieder einen Kopf verschwinden sehen unter alten schmutzigen Tüchern oder Augen, die funkelten, wenn sich zufällig ein Lichtstrahl in die lange dunkle Gasse verirrte.

Das war ihr zuhause und sie kannten nichts anderes. Nachdem sie ihren Job und ihr Apartment verloren hatten und nicht damit fertig wurden und schliesslich nicht mehr nach Arbeit suchten, konnte das ihr Schicksal sein. Dunkle grosse Wolken waren am Himmel aufgetaucht und hatten den prächtigen Vollmond vom Himmelzelt verdrängt. Bald schon würde sich ein mächtiges Gewitter über der Grossstadt entladen und einen starken Regenfall mit sich ziehen. Ein Wind kam auf.

Das merkte man nicht deutlich daran, dass er einem ins Gesicht blies, sondern eher daran, dass sich erst die Blätter, dann die Äste der Bäume zu bewegen begannen. Im grossen grünen Park, der sich inmitten der riesigen Stadt befand, huschte eine dunkle Gestalt durchs Unterholz. Eifrig drückte sie die Äste zur Seite und rannte weiter, mehr hüpfend als wirklich rennend, da es dort nur so von Stolpersteinen wimmelte. Dann schliesslich lag das Gitter, das den Eingang oder den Ausgang der Kanalisation darstellte, je nach dem wie man es betrachtete, direkt vor ihr.

Schon vor geraumer Zeit hatte sie es geschafft zwei Gitterstäbe so auseinander zu biegen, das sie hindurchpasste. Nun zwängte sie ihren Körper wieder durch den schmalen Zwischenraum zwischen den Gitterstäben, nur um sich dann in Sicherheit wiegend, umzudrehen und den Himmel anzustarren. Nachdem es schon vor kurzem begonnen hatte zu wetterleuchten, zuckten die ersten grässlich langen Blitze durch die Nacht. Sie waren nicht wirklich einfach nur blendend weiss, sondern schienen manchmal sogar eher violett rot. Ihr Anblick war somit jedes Mal wieder mehr oder weniger entsetzlich und konnte durchaus dazu führen, dass es einem kalt den Rücken runter lief.

Wenige Sekunden später folgte das schwere dunkle Poltern auf die niederzuckenden Blitze. Nach ein paar weiteren Blitzen, die für einen kurzen Augenblick den Himmel über der Stadt erleuchteten, begann es in Strömen zu regnen. Der Wind begann um einiges stärker zu werden und bei jenen, die glaubten, sie wären sicher unter ihrem Schirm, konnte es durchaus geschehen, dass es hie und da abrupt einen Schirm umdrehte und sie dem strömenden Regen ausgesetzt waren.

Ein paar Sekunden nur brauchte das Nass, das vom Himmel hinunterfiel, um jedermann bis auf die Haut zu durchnässen. Die Gestalt drehte sich um und wollte gerade tiefer in die Kanalisation verschwinden, als sich der Boden mächtig zu bewegen begann. Die ganze Grossstadt wurde erschüttert von einem kleinen Erdbeben. Einen Ort traf es heftiger als einen anderen. Es kam dabei darauf an, wie nahe sich der Ort am Zentrum des Erdbebens befand. Die dunkle Gestalt befand sich sehr nahe am Zentrum und darum konnte sie sich auch nicht mehr auf den Beinen halten und fiel zu Boden. Währenddem an anderen Orten bereits fast nichts mehr zu spüren war, wurde die Gestalt immer noch richtig durchgeschüttelt. Der Tunnel, den die dunkle Gestalt betreten hatte führte leicht nach unten und so begann sie langsam aber sicher immer mehr nach unten zu rutschen, währenddem sich an der Tunnelröhre ober ihr wie auch unter ihr Risse begannen zu bilden.

Etwa 50 Meter weiter vorne befand sich das Zentrum der heftigen Erschütterungen, direkt unter einer Gasse, die sich zwischen zwei alten Wohnblöcken befand. Ein gewaltiger Riss begann sich zu bilden und sich mit enormer Geschwindigkeit auszubreiten. Der Riss wurde immer tiefer und breiter und dann begann Dampf aufzusteigen in die Kanalisationröhre. Die dunkle Gestalt hatte keine Chance. Unaufhaltsam rutschte sie langsam immer näher zum Zentrum der Erschütterung. Jegliche Versuche umzukehren, scheiterten, da sie jedes Mal wieder umfiel und ein gutes Stück weiter nach unten fiel. Der Dampf verbreitete sich unheimlich schnell.

Nachdem er gute 100 Meter des Kanalisationsabschnittes endgültig eingenebelt hatte, suchte er sich seinen Weg nach draussen. Erst drückte sich der Dampf durch die kleinen Öffnungen im Kanaldeckel an der Oberfläche in der Gasse. Als der Druck aber immer kräftiger wurde. Wurden die drei Kanaldeckel in der dunklen Gasse in die Höhe geschleudert und landeten unweit der Öffnung. In den beiden Wohnblöcken herrschte totale Panik. Die Wände rüttelten beinahe so heftig, wie wenn man einen Wackelpudding auf einer Untertasse schüttelt. Tapeten und Beton fielen in kleinen Stücken von den Wänden. Geschirr fiel aus den Schränken zu Boden und sorgte für ohrenbetäubendes Klirren und Zerpringen. Die Fenster fielen in sich zusammen und manche Schränke, die nicht sehr gut zusammengebaut waren, fielen auseinander und begruben hie und da Bewohner der Wohnblöcke.

Der heisse Dampf im Tunnelsystem der Kanalisation begann dunkelrot zu leuchten. Der Riss im Boden war zu einem Spalt mit gut zwei Meter Durchmesser herangewachsen und die dunkle Gestalt rutschte unaufhaltsam darauf zu. Sie kreischte wie wild.

Mittlerweile hatte sie den Orientierungssinn verloren und das einzige das sie noch mitbekam, war das ständige Aufschlagen auf harten Betonboden sowie der heisse Dampf, der es ihr je länger je mehr verunmöglichte zu atmen. Sie rutschte weitere paar Meter, dann versuchte sie sich noch vergeblich am Rand der Spalte zu halten. Doch vergeblich.

Mit einem letzten markerschütternden Schrei fiel sie hinab in die Spalte, die dunkelrot aufleuchtete. Gleich darauf schwächte sich das Erdbeben langsam ab. Das Gewitter tobte weiter über der Stadt. Das Wasser hatte sich unterdessen bereits in den Strassengräben gesammelt und lief hie und da in die Abflüsse. Zwei Blitze schlugen in einen Strommasten ein. Dieser funkte wie wahnsinnig und fiel auf die Seite. Er begrub zwei Autos unter sich, die sofort zu brennen begannen. Es dauerte nicht lange, war aus der Ferne bereits die Sirene der Feuerwehr zu hören.

Im Tunnelsystem der Kanalisation hatte sich der dunkelrote Dampf einwenig gelegt. Aus der Spalte des Erbebenzentrums waren Kratzgeräusche zu vernehmen so als ob man mit einer Gabel auf einem leeren Teller kratzen würde. Dann erschienen plötzlich Finger aus der Spalte, die sich so festkrallten, als ob sich jemand oder etwas heraufziehen wollte. Tatsächlich tauchten zu den Fingern Hände und anschliessend Arme auf. Ein Körper begann sich aus der glühend heissen Spalte herauszuziehen. Als schliesslich auch seine Beine samt Füssen sicheren Boden gefasst hatten, stemmte sich der bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Körper langsam auf. Ein leises tiefes Grunzen war zu vernehmen. Die Augenlider öffneten sich und in den Augenhöhlen loderte ein Feuer, wie es kein zweites auf dieser Erde gab. Heisser als der heisseste Vulkan, der je Magma an die Erdoberfläche gebracht hatte.

Sein Mund öffnete sich und blutige spitze Zähne kamen zum Vorschein. Er blickte leicht nach oben und schrie dann auf. So laut, dass man es bis in die obersten Stockwerke der darüberliegenden Wohnblöcke hörte. Dann schloss er seinen Mund und begab sich in Richtung Ausgang, der ihn in die dunkle Gasse zwischen den beiden Wohnblöcken bringen würde…

Part II

Die Ankunft des Allmächtigen. Er stürzt wie ein Komet vom Himmel und landet im Wasser des Pazifiks. Sein Weg führt in von einem Vorort der Grossstadt in die Weltmetropole. Unterwegs freundet er sich noch mit einem Augenarzt an, der in seinen Augen die Unendlichkeit des Universums erkennt und somit ihn zum letzten Schauplatz führt, zum Platz der letzten Entscheidung.

Part II

Die Feuerwehrsirenen waren noch lange in dieser Nacht zu hören. Die Feuerwehr eilte von Einsatz zu Einsatz. Man hätte denken können, die Hölle sei ausgebrochen. Der entsetzliche Schrei, der für kurze Zeit zu hören war und der aus den Tiefen der Kanalisation gekommen war, war schon bald verstummt. Es hatte sich den Weg nach oben gebahnt und war gerade dabei die Kanalisation zu verlassen. Es befand sich nun im Körper der dunklen Gestalt, die noch nicht vor all zu langer Zeit in der Kanalisation Schutz vor dem Unwetter gesucht hatte. Es blickte kurz um sich und merkte dann, wie sich etwas in einem grossen Stahlcontainer vor ihm bewegte. Es näherte sich ihm und dann konnte es deutlich zwei Augenlider zu- und wieder aufschlagen sehen. Der Obdachlose wischte sich mit seinen schmutzigen Finger über die Augen, glaubte er doch ein seltsames dunkelrotes Wesen vor sich zu sehen. Die dunkle Gestalt tauchte immer mehr aus dem Dampf auf, der sich hier in der Gasse gesammelt hatte. Je länger je mehr konnte er Umrisse sehen. Als dann aber von irgendwoher kurz ein Lichtstrahl über die Gestalt huschte, sah er in ein entsetzlich entstelltes Gesicht. Gerade als er aufschreien wollte, sprang es ihn an. Es verlängerte blitzschnell seine Finger zu messerscharfen Dolchen und stach erbarmungslos zu. Der erste Stich traf mit voller Wucht das Herz und bereitete dem Obdachlosen einen kurzen aber qualvollen Tod. Denn richtig tod war er noch nicht und es stach weiter immer und immer wieder auf ihn ein. Anfangs versuchte er sich noch zu wehren. Doch seine Abwehrkräfte liessen schon sehr bald nach. Als schliesslich der Körper nur noch leblos dalag, legte es seine Hand auf die Stirn seines Opfers. Kaum einen Sekundenbruchteil später hatte es die Gestalt des Obdachlosen angenommen, stieg aus dem Container heraus und wandte sich in Richtung Strasse. Dort angelangt setzte es sich einen Moment, bis es eine Frau ausgemacht hatte, die sich auf ihn zubewegte. Gerade als die Frau an ihm vorbei lief, streckte es die Hand nach vorne und wollte signalisieren, dass es ein wenig Geld bräuchte. Die Frau ignorierte es und lief einfach weiter auf dem Bürgersteig. Nachdem sie sich einige Meter entfernt hatte, stand es auf und folgte ihr mit grossem Abstand. Unzählige Minuten verstrichen, unzählige Häuserblocks hatte es zurückgelegt, als die Frau schliesslich nach rechts abdrehte und ein paar Treppentritte nach oben stieg zum Eingang eines Wohnblockes. Weit und breit war niemand anderes ausser dem Obdachlosen, der nun seine Schritte beschleunigte und ebenfalls die Treppen nach oben stieg. Sie hörte hinter sich Schritte und drehte sich um: „Hören Sie. Ich habe wirklich kein Geld, das ich Ihnen geben könnte. Tut mir leid. Bitte gehen Sie jetzt und lassen sie mich in Ruhe.“ Obwohl sie ihn aufgefordert hatte zu gehen, näherte er sich ihr weiter. Seine Hände veränderten wieder ihre Form und wurden zu gewaltig scharfen Dolchen. Ihr blieb keine Zeit zu schreien, schon durchstachen seine spitzen Finger ihre Haut und richteten mit ihr dasselbe an wie zuvor mit dem Obdachlosen. Kurze Zeit später liess es ihren Körper zu Boden fallen und legte erneut seine Hand auf ihre Stirn, nachdem es sich zu ihr hinunter auf die Knie begeben hatte. Im nu nahm es die Gestalt der Frau an, stand wieder auf und betrat den Wohnblock. Es würde diese Nacht noch mehrere Opfer geben, noch mehr Blut fliessen. Es hatte erst gerade begonnen… Ein Polizist lief über den Bürgersteig, als er komische Geräusche aus einer dunklen Gasse vernahm. Er nahm seine Taschenlampe nach vorne, schaltete sie ein und richtete sie in die dunkle Gasse. Es gab weitere Geräusche. Er nahm schnell das tragbare Funkgerät zur Hand und forderte zur Sicherheit eine weitere Streife als Unterstützung an. Man konnte ja nie wissen. Nun legte er seine rechte Hand auf den Halfter seiner Waffe und öffnete den Sicherheitsknopf, um jederzeit sofort seine Pistole ziehen zu können und falls es nötig sein sollte in Notwehr zu schiessen. Es kam nicht soweit. Er näherte sich dem Container, aus dem die merkwürdigen Geräusche stammten und wurde dann plötzlich von einer entsetzlich entstellten Gestalt angegriffen. Er sah nur noch, dass sie leere Augenhöhlen hatte die dunkelrot leuchteten. Dann verlängerte die Gestalt ihre Finger blitzschnell zu messerscharfen Krallen und schlug auf ihn ein, noch bevor er die Gelegenheit hatte auf sie zu schiessen. Bald schon war er tot. Die Gestalt drehte sich um, lief zum nächsten Kanalisationsdeckel, öffnete ihn und stieg herunter. Dasselbe geschah viele Häuserblocks entfernt. Nur war es dort ein völlig entstellter Körper, der einmal ein Obdachloser gewesen war, der plötzlich in der Kanalisation verschwand. Bald schon erreichte die zusätzlich angeforderte Streife den Ort, von wo aus ihr Kollege sie um Unterstützung gebeten hatte. Als sich beide tiefer in die Gasse begaben, wurden sie von etwas angesprungen, das einmal ihr Kollege gewesen war und nun nicht mehr zu erkennen war… Je länger die Nacht dauerte, umso mehr merkwürdig entstellte Körper suchten die nächsten Kanalisationseingänge auf, um hinunter zu klettern. Alle liefen sie in dieselbe Richtung. In Richtung der Spalte, die sich nicht lange nach Einbruch der Dunkelheit im Tunnelnetz der Kanalisation während dem Erdbeben gebildet hatte…

Kurz nach Mitternacht hatten sich zwei Männer auf dem Dach eines Hochhauses getroffen, um den Sternenhimmel mittels eines grossen Teleskopes zu erkunden. Bald schon war dem Einen der Beiden ein sich sehr schnell bewegender Punkt aufgefallen. Zuerst hatte er es für den Polarstern gehalten, da er so stark geleuchtet hatte, doch dann überzeugte ihn sein Kollege, dass es sich dabei nur um einen der vielen Kometen handeln musste, die immer wieder in grosser Entfernung an der Erde vorbei flogen. Was beide aber nicht wissen konnten war, dass das alles andere als ein Stern oder ein Komet war. Es war ein Reisender, der in Kürze auf der Erde eintreffen würde. Zeichen dafür gab es kurz vor Sonnenaufgang, als der Horizont in merkwürdiger kristall-hellblauer Farbe aufleuchtete. Das Meer war sehr ruhig. Eine leichte Bise wehte von der Küste des Vorortes von der Grossstadt aufs Meer hinaus. Ein Fischer hatte die Chance ergriffen und war schon sehr früh aus dem Hause gegangen, um sich mit seinem Fischerboot möglichst weit nach draussen treiben zu lassen und sich einen guten Fang fischen konnte. Da der Wind ganz leicht aufs Meer hinaus blies, war es für ihn nicht schwer schnell weg von der Küste zu kommen. Als er eine gute halbe Meile zurückgelegt hatte, hörte er auf zu rudern, packte in aller Hast seine Fischerausrüstung samt Fischerrute aus und begann mit der Jagd nach einem möglichst grossen Fisch… Er war mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit unterwegs zur Erde. Planet an Planet flog an ihm vorbei, bis er schliesslich am Mond vorbei flog und seine Flugbahn allmählich anzupassen begann. Schliesslich musste er an einem ganz besonderen Punkt auf der Erde angelangen. Der Fischer hatte sich mittlerweile gesetzt und blickte auf die scheinbar unendliche See hinaus. Plötzlich fiel ihm auf, dass der Wind wie aus heiterem Himmel um 180 Grad gedreht hatte und allmählich begann stärker zu werden. Am Horizont begann ganz langsam die gewaltig gross wirkende orange Sonnenscheibe aufzusteigen. Gleichzeitig glitzerte es unnatürlich in der Ferne. Dem Fischer wurde es allmählich unbehaglich. Nicht nur dass der Wind so abrupt geändert hatte, jetzt wurde er von Minute zu Minute noch stärker. Er hatte mittlerweile eine solche Stärke, dass sich das Ruderboot richtig gehend schnell ohne jeglichen Antrieb in Richtung Küste fortbewegte. Dann geschah es. Geschmeidig leicht wie eine Feder und schnell wie ein Adler schwebte er durch dicke und dünne Wolken. Seine Flughöhe wurde immer niedriger. Schliesslich tauchte er unter der Wolkendecke auf und bald schon erstrahlte über ihm ein prächtig stahlblauer Himmel, der durch die aufgehende Sonne von Minute zu Minute heller wurde. Er schwebte richtig gehend schnell über das Meer hinweg in Richtung der Küste des Vorortes der Grossstadt. Sehr schnell näherte er sich dem Fischer und stürzte dann von hinten auf ihn, der sofort sein Gleichgewicht verlor und über Bord fiel samt Fischerrute. Unter Wasser begann es ganz hell zu leuchten. Der Körper des Fischers war umrundet von warm wirkendem hellen Licht. Dann tauchte er auf und zog sich langsam auf das Fischerboot zurück. Er war nicht mehr er selbst. In seinen Augen glitzerte ein helles Licht. Er hatte vom Körper des Fisches Besitz ergriffen. Der Wind hatte sich unterdessen wieder so abrupt gelegt, wie er aufgekommen war. Es wehte sogar wieder die leichte Bise von der Küste her. Er brauchte nur seine Hand zu heben und das Fischerboot setzte sich in Bewegung ohne jegliche Einwirkung einer Menschenhand. Es dauerte nicht lange, schon hatte er die Küste erreicht, liess das Fischerboot zurück am Steg und schritt in den Vorort. Er musste nicht lange suchen. Bald schon hatte er einen Augenarzt gefunden und schritt in dessen Praxis. Dort wurde er von einer Sekretärin nach seinem Termin gefragt, er hob seine Hand, vollführte eine sanfte Bewegung damit, dann hatte sie plötzlich, ohne ein weitere Wort zu verlieren, ihn auf ihrer Liste gefunden. Er war als nächster dran. Er nahm auf Anweisung der Sekretärin kurz Platz und wurde nur kurz darauf vom Augenarzt persönlich empfangen. Beide schritten in dessen Büro, dann wandte sich der Doktor an den Patienten: „Wie kann ich Ihnen helfen? Wo liegt das Problem?“ Er antwortete, indem er dem Doktor die Frage stellte, ob er mit einem Gerät über die Möglichkeit verfügen würde, tief in seine Augen zu blicken. Der Augenarzt sah ihn etwas verblüfft an, bejahte dann aber und führte ihn zu einem Gerät. Er sollte mit seinen Augen in ein Gerät schauen, währendem der Augenarzt von der anderen Seite her die Augen untersuchen würde. Dann geschah das Unfassbare. Der Doktor setzte sich hin und blickte in die Augen des Fremden. Er sah aber nicht etwa die Pupillen oder kleine Blutgefässe, im Gegenteil. Je länger er in das Messgerät schaute, umso weiter schaute er in die unendlichen Weiten des Weltalls. Seine Augen weiteten sich und sein Mund begann sich langsam vor Erstaunen zu öffnen. Dann erklärte er dem Doktor, dass er sofort seine Hilfe benötigen würde und dass er ihn zu einem riesigen grünen Park führen müsse, der sich inmitten der Weltmetropole befände. Er müsse weiter seine Praxis unverzüglich schliessen. Denn hierbei ging es weit mehr als nur um die Augenbeschwerden von Patienten. Hierbei ging es um eine Entscheidung, wie sie zuvor noch nie zur Debatte gestanden hatte. Einer letzten Auseinandersetzung, dessen Ausgang über alles auf Erden entscheiden würde. Der Blick des Allmächtigen liess sämtliche Worte überflüssig werden. Der Doktor hatte noch eher begriffen als er es ihm fertig erklärt hatte. Gleich darauf verliessen sie beide die Praxis. Keine der Patienten und der Sekretärinnen sagten dazu auch nur ein Wort. Denn eine blosse Handbewegung des Allmächtigen hatte genügt. Ein Zeichen, dass sämtliche Worte überflüssig werden liess. In der Tiefgarage stiegen beide in den Mercedes des Augenarztes ein. Der Doktor drehte den Zündschlüssel um, der Motor erwachte zum Leben und der Wagen setzte sich in Bewegung. Nachdem sie die Tiefgarage verlassen hatten, fuhren sie in Richtung Grossstadt. Der Weg dorthin würde etwa eine halbe Stunde dauern. Die Rush-Hour des frühen Morgens war bereits vorbei und so kamen sie einigermassen schnell voran. Der Allmächtige blickte gen Himmel. Es war nicht zu übersehen, dass sich über dem Zentrum der Grossstadt grosse dunkle Wolken zu bilden begannen. Die Zeit war gekommen für die letzte Gegenüberstellung von Gut und Böse. In Kürze würden sich beide ein letztes Mal gegenüber stehen und über um die Vorherrschaft kämpfen. Der Mercedes kam der Grossstadt immer näher…

Part III

Man sagt, es kann nie eines ohne das andere geben. Es könne nie das Gute ohne das Böse existieren. Diesesmal war es aber an der Zeit, dass entweder das Eine oder das Andere siegen würde und das andere endgültig seine Macht verlieren würde.

Part III

Im Laufe der Zeit gab es früher wie auch heute Veränderungen. Sie konnten den Verlauf der Geschichte zum Guten oder zum Schlechten wenden. Beides war schon sehr oft geschehen. Nun hatte es beschlossen, einmal mehr das Chaos zurück an die Erdoberfläche zu bringen. Es hatte während der Nacht noch viele Gräueltaten begannen und unzählige Menschen waren ihm zum Opfer gefallen. Mit jedem Opfer stieg seine Macht genauso wie seine Armee der Finsternis. Nicht mehr lange würde es dauern, würde er die gesamte Weltmetropole beherrschen und dann konnte er mit der Zurück Eroberung der restlichen Welt beginnen. Allerdings spürte es schon seit längerem, dass es von den Augen des Allmächtigen beobachtet wurde und wenn es sich nicht täuschte, war er ihm wahrscheinlich schon viel näher als es ihm lieb war. Sollte er nur kommen. Dieses Mal würde er nicht mehr kampflos in die qualvolle Hölle zurück kehren. Seine Seele hatte den Glauben an das Gute schon lange verloren und als es erst die Vorzüge der dunklen Macht erkannt hatte, fühlte es sich um Einiges stärker. Seine Macht war dabei gewesen ins Unermessliche anzuwachsen. Er hätte es aber genauer wissen müssen, denn dem Allmächtigen war das schon sehr bald aufgefallen und er duldete keinen zweiten Mächtigen. Somit wurde er, ein Engel, der je länger je mehr von der Macht der Finsternis besessen war, verbannt in den Erdmittelpunkt, in die Hölle. Nun war für ihn der Zeitpunkt der Rückkehr gekommen. Im grossen grünen Park inmitten der Grossstadt war Nebel aufgekommen und merkwürdige Schatten bewegten sich darin. Sie alle hatten die Kanalisation verlassen und trafen da auf ihn. Es würde sie brauchen bei der entscheidenden Schlacht gegen das Gute, gegen den Allmächtigen. Einige der entstellten Kreaturen waren allerdings bereits schon unterwegs, um neue Menschenopfer zu finden…

Der Weg zum Zentrum, zur Quelle des Bösen war schwerer als erwartet. Es hatte schon mehr Chaos angerichtet als der Allmächtige erwartet hätte. Je näher der Mercedes dem grossen grünen Park kam, umso mehr verlangsamte sich der Verkehr auf der Strasse. Der Grund dafür war aber keineswegs die Zahl der fahrenden Autos auf der Strasse, sondern es gab immer mehr Autowracks, die sich auf der Strasse vorfanden. Zerstörte ausgebrannte Autos, das Werk von ihm, dem Bösen, der aus der abgrundtiefen Hölle aufgestiegen war. Die noch fahrenden Autos schlängelten sich um die zerstörten Autos. Sie trafen immer mehr verletzte Menschen an, aber auch Tote, die bald wieder aufstehen würden und sich der Armee der Finsternis anschliessen würden. Der Allmächtige wandte sich an den Augenarzt und kurz darauf parkte der Mercedes am rechten Strassenrand. Beide stiegen sie aus und liefen zu Fuss weiter. Passieren konnte ihnen nichts, denn er hatte eine Art Schutzschild um sich und den Augenarzt errichtet. Bevor sie allerdings dem grossen grünen Park nahe kamen, drehte sich der Allmächtige zum Augenarzt um und bedankte sich bei ihm. Seine Aufgabe wäre erledigt und er könne wieder zurück gehen und weiter seiner Arbeit nachgehen. Wenn er noch etwas bräuchte, würde er sich bei ihm melden. Damit verabschiedete sich der Allmächtige beim Doktor, drehte sich wieder um und lief weiter in Richtung der Quelle des Bösen. Mittlerweile hatte sich der schwarze Nebel über den ganzen Park gelegt und der sonst so schön wirkende See in dessen Mitte sah aus wie ein Sumpf des Verderbens. Geriet man hinein, gab es kein zurück mehr und man war der dunklen Macht verfallen. Gerade als der schwarze Nebel im Begriff war sich weiter über den Park hinaus in die Strassen auszubreiten, hob der Allmächtige seine Hände, drückte mit seinem blossen Willen den Nebel zurück und wob ein Schutznetz um den Park, dass den Nebel nicht entweichen liess. Beide spürten sie allmählich die Anwesenheit des Anderen. Es konnte kaum noch warten. Seine Gier und Lust zum Töten und Quälen war so gross, dass er beinahe einen seiner Blutssoldaten gepackt hätte und ihm entsetzliches Leid zugefügt hätte, nur um seine Lust für eine kurzen Augenblick zu stillen. Der Allmächtige hatte den nördlichen Eingang in den Park erreicht, der aus einem grossen zweitürigen Portal bestand. Nachdem er es hinter sich gelassen hatte, hob er seine Hände und verschloss es hinter sich so gut, dass es niemandem mit blosser Menschenhand gelingen würde, dieses noch zu öffnen. Der Nebel war sehr finster und versperrte ihm die Sicht ein wenig. Allerdings konnte durch seine blosse Willenskraft dafür sorgen, dass sich der dunkle Nebel in einem Umkreis von 100 Metern um ihn herum zurückzog. Dann, nachdem er weitere Minuten über den asphaltieren Weg unter den Baum Gallerien durchmarschiert war, wich er vom Weg ab und erreichte eine grosse Lichtung. Am andern Ende der Lichtung konnte er deutlich Schatten umherhuschen sehen. Es befand sich auch unter diesen Schatten und trat langsam aus dem Nebel hervor, um sich ihm zu zeigen. Da standen sie sich nun gegenüber. Zum ersten Mal seit langem und zum letzten Mal für immer. Sie blickten sich gegenseitig an, dann sagte der Allmächtige: „Wie ich mit eigenen Augen sehen muss, hältst du dich nicht an unsere Abmachung. Es war vereinbart, dass du bis in alle Ewigkeit in der Hölle bleibst. Es war nie die Rede davon, dass du einfach nur zurück kehren kannst.“ „Hast du eine Ahnung, was ich durchmache? Ich bin mir bewusst, dass ich den falschen Weg eingeschlagen habe. Aber ich bin nicht bereit noch länger an diesem hässlichen Ort zu bleiben. Entweder du lässt mich wieder zurück in den Himmel oder ich beanspruche die Erde für mich“, erklärte es. Doch der Allmächtige hielt sehr wenig von diesen Ideen: „Keinesfalls werde ich dir auch nur bei einer dieser Forderungen entgegenkommen. Du hast dein Schicksal schon vor der Existenz dîeses Planeten besiegelt und einen geeigneteren Platz für dich wird es nie geben. Ich werde nichts anderes als das Bisherige dulden, so wahr ich hier vor die stehe. Du bist schon vor langer Zeit von der dunklen Seite geblendet worden und seither hast du dein farbiges Augenlicht verloren und erkennst nicht mehr, was mit dir geschehen ist.“ „Ach ja? Das werden wir jetzt gleich sehen. Eines kannst du dir bewusst sein. Ich werde nicht kampflos dorthin zurückgehen“, erwiederte es. Der Allmächtige nickte nur: „Das habe ich mir gedacht.“ Plötzlich schossen die verlängerten Arme des Bösen auf das Gute zu. Die Finger des Bösen verlängerten sich zu blutig scharfen Krallen und durchbohrten den Körper des Allmächtigen. So schnell sie in seinen Körper eingedrungen waren, zogen sie sich wieder zum Bösen zurück und der Körper des Fischers fiel zu Boden. Das Böse grinste nur, wusste es doch, dass der Allmächtige keineswegs tot war. Dementsprechend stand der Fischer gleich darauf wieder auf. Sein Körper begann hell zu leuchten und dann schlossen sich blitzschnell die Wunden wieder und er war wieder kerngesund. Dann erhob der Gute seine Hände und plötzlich zischte ein eisiger kalter Sturmwind auf es los. Es erschrak im ersten Augenblick, bekam fast eine Gänsehaut, wo es doch eigentlich gar keine Haut mehr besass, und stolperte unsicher ein paar Schritte zurück. Doch dann kehrte das schmutzige Grinsen auf die Fratze zurück und es blies so stark Feuer aus seinem Mund, dass der Sturmwind nicht mehr dagegen ankam und sich im nu auflöste. Nun liess es seine Armee der Finsternis auf den Allmächtigen los. Jedes Mal, wenn eine der hässlichen Kreaturen allerdings ihn ansprangen, wurden sie zurückgeschleudert, das Böse zerfiel zu staub und übrig blieben die bewusstlosen Körper der Unschuldigen, die bald aufwachen würden und sich an nichts mehr erinnern können würden. Der Allmächtige wollte gerade seine Hände erheben, um dem sinnlosen Spiel gleich ein Ende zu bereiten und das Böse dorthin zurückzuschicken, wohin es gehörte, als er von vielen Händen, die aus der Erde auftauchten, gepackt wurde und er von ihnen sehr schnell unter den Boden gezogen wurde. Das Böse öffnete seinen Mund. Die spitzen blutigen und langen Zähne waren deutlich zu erkennen, dann teilte er durch seine Willenskraft seine Ärme in viele schlangenartige Speere auf, durchbohrte mit ihnen den Boden und den Körper des Fischers nicht nur in der Mitte, sondern trennte auch seine Arme und Beine ab. Dann zog er seine Arme zurück und versetzte sie wieder in den ursprünglichen Zustand. Die entstellten Kreaturen schoben die Überreste des menschlichen Körpers des Fischers an die Erdoberfläche zurück. Plötzlich konnte das Böse seine Füsse, die eigentlich eher unter die Bezeichnung von Hufen fielen, nicht mehr bewegen. Es kam nicht mehr von der Stelle und dann bemerkte es wie von unten her seine Füsse anfingen zuzufrieren. Das Böse fing an laut aufzuschreien und blies dann mit aller bleibender Kraft eine Feuerwalze auf den zerstümmelten Körper des Fischers. Ohne Erfolg. Das Einfrieren der Glieder des Bösen schritt weiter voran, obwohl es sich mit Kratzen und Kreischen dagegen versuchte zu wehren. Entsetzen machte sich in seinen Augen breit und es wurde immer zorniger. An der Stelle, an der der leblose Körper des Fischer lag, begann erst ein kleines, dann ein immer grösser werdendes Licht aufzuleuchten. Erst war es einfach ein grelles weisses Licht, doch dann wurde es immer stärker, bis man schliesslich sogar mit geschlossenen Augen entsetzlich Schmerzen empfand. Inmitten des strahlend weissen Lichtes fügte sich der Körper wieder zusammen und als er schliesslich wieder vollständig zusammengefügt war, fingen die Augen des Allmächtigen unglaublich heftig an zu glitzern. Er wirbelte mit seinen Händen herum und dann begann sich um das Böse ein gewaltiges Loch zu bilden, dass in seiner Tiefe bis in die Hölle reichte. Das Eis, das zuvor die Beine des Bösen zugefroren hatte, verwandelte sich in enorm schwere Ketten, die es nach unten zogen. Jegliches Feuerspeien des Bösen verfehlte seine Wirkung. Es fiel immer schneller nach unten und schliesslich kam es wieder in der grellen heissen Hölle an. Gleich darauf versperrte der Allmächtige den Ausgang der Hölle mit einem speziellen Siegel auf ewig und schloss dann das Loch, das er zuvor gebildet hatte, wieder. Ruhe kehrte ein im Park und der finstere Nebel löste sich im nu auf. Das Böse war nun endgültig besiegt und konnte nicht mehr an die Erdoberfläche zurück kehren. Es würde nur noch die Aufgabe übernehmen, Schwerstverbrecher, die unzählige Leben auf dem Gewissen hatten in der Hölle auf ewig willkommen zu heissen…

Der Allmächtige vollführte eine Handbewegung, dann wandelte sich das entstandene Chaos wieder zurück in den ursprünglichen Normalzustand. Alle Menschen, die ihre Seelen an das Böse verloren hatten, erhielten sie zurück und erwachten wieder aus ihrer Bewusstlosigkeit mit bester Gesundheit. Er machte sich auf den Weg zur Rückreise. Der Augenarzt empfing den nächsten Patienten. Als er dessen Hand schüttelte merkte er gleich, dass der Allmächtige wieder zu ihm gekommen war in der Gestalt des Fischers. Der Gute übergab dem Doktor einen silbernen Ring mit einem kristall-hellblauen Edelstein darauf und erklärte ihm, sollte er jemals das Gefühl haben, dass das Böse wieder sein Unwesen treibt oder zumindest seine Finger im Spiel hat, dann soll er diesen Ring überziehen und es werde ihm geholfen, das Böse wieder in die Schranken zu weisen. Der Allmächtige verlor nicht mehr viele Worte und verabschiedete sich dann. Er setzte die Zeit etwas zurück und schwebte hinauf gen Himmel, seine Herkunft. Bald darauf befand sich der Fischer wieder auf seinem Boot, als sein Fischerboot von einer grossen Welle durchgeschüttelt wurde, die durch ein schnell vorbei fahrendes Boot entstanden war, und er über Bord fiel. Er hielt die Luft an, schwomm wieder an die Oberfläche und kehrte auf sein Fischerboot zurück. Dieser Rowdy eines Boot-Capitains hatte ihm gerade seinen Fischfang verunmöglicht, da seine Fischerrute mit ihm über Bord gefallen war und er sie nicht mehr hatte halten können. Er war ein wenig enttäuscht. Aber schliesslich war gerade erst die Sonne aufgegangen und der Tag befand sich immer noch in den frühen Morgenstunden. Wer weiss, was heute noch alles passieren konnte. Er kehrte zurück an die Küste. Währenddessen steckte der Augenarzt den speziellen Ring in seine rechte Hosentasche. Zuhause würde er ihn gut verstauen, ihn dann aber immer überall mitnehmen, nur für den Fall, dass er ihn eines Tages tatsächlich brauchen würde. Er blickte aus dem Fenster und sah in den stahlblauen Himmel, der von der hell leuchtenden Sonne erhellt wurde. Ohne Zweifel, es würde nach dem Unwetter von letzter Nacht einen schönen Tag geben…

Eines war klar. Es würde immer Keime des Bösen geben, die man nur zerstören kann, wenn man sie an der Wurzel vernichten konnte. Manche Wurzeln konnte man aber nicht zerstören, man konnte sie lediglich in Schach halten. Dies war gewiss nicht das Ende, sondern erst der Anfang.

PRELUDE
Copyright © 2002 (16.01.02) by Chris Etterlen

 

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