Signs & Wonders

Prolog
Jedes Kind ist etwas Besonderes und es liegt in unserer Natur es vor Gefahren zu schützen. Wir erfreuen uns an ihm von Geburtsstunde an mit jedem Moment, bis es erwachsen wird. Mit vielen kostbaren Augenblicken für die Ewigkeit, die wir um keinen Preis der Welt verschenken würden.

In der Geschichte der Menschheit gab es ein Kind, dessen Geburt den Lauf der menschlichen Geschichte für immer verändern würde. Seine Eltern waren sich schon bald bewusst, dass es nicht einfach werden würde es grosszuziehen. Aber ihr Glaube an Gott schenkte ihnen die Kraft diesen Weg zu gehen und jede Hürde zu nehmen, so gross sie auch war.

So gab es die Prophezeiung, das der König der Juden geboren werde und das jüdische Volk retten würde. Lange Zeit wurde die Ankündigung dieses Kindes vorhergesagt, bis eines fernen Tages ein besonders heller Stern 3 weise Sternwanderer zu einer Krippe führte und sie Zeuge seiner Geburt werden sollten…

Signs&Wonders
A Christmas Tale 6

Ein Mann in weisser Tunika schritt über geschliffenen Steinboden. Er betrat einen sehr grossen Raum, in dem ein anderer Mann nachdenklich auf die steinernen Figuren auf seiner grossen flachen Steintafel blickte. „Herodes, die Sterndeuter sind da“, sagte der weiss gekleidete Mann. Herodes hebte seinen Blick und sagte: „dann schick sie herein zu mir, Demokles.“ Demokles nickte, bejahte mit „wie ihr wünscht eur Gnaden“ und verliess dann wieder den Raum. Wenige Augenblicke später traten 3 unterschiedlich Gekleidete in Begleitung von Demokles den Raum. Während dem sie eintraten, blieb er an der Türschwelle stehen und sorgte dafür, dass niemand weiteres den Raum betreten würde. Einer der 3 Weisen trat hervor: „Ihr habt uns eine Nachricht gesendet, Eurer Gnaden?“ „Ja, das ist richtig Balthasar. Ich habe einen Auftrag für Euch und Eure Begleiter Melchior und Caspar, der von grösster Bedeutung ist. Wie ich erfahren habe, wurde in Bethlehem ein Kind geboren, welches aus einer alten Prophezeiung hervorgeht. Diese Prophezeiung besagt, dass der Zeitpunkt kommen wird, wo der Messias, der König des israelischen Volkes, geboren wird. Ein König, der auch zum König der anderen Völker wird. Ihr müsst umgehend eure Reise fortführen nach Bethlehem und überprüfen, ob diese Botschaft stimmt. Ich erwarte Eure Nachricht spätestens in 7 Tagen. Sollte es stimmen, möchte ich das Kind auch besuchen und es anbeten. Ihr könnt wegtreten.“ Die 3 Weisen nickten, drehten sich um und verliessen den Raum wieder. Herodes wandte sich wieder seiner steinernen Platte mit den steinernen Figuren darauf zu und vertiefte sich in die darauf sichtbar dargestellten aktuellen Geschehnisse in seinem grossen und wachsenden Imperium. Der Bau aktueller Monumente wie der Palastfestung Herodeion südlich von Jerusalem, Kämpfe zur Eroberung weiterer Gebiete seines Territoriums und Einkauf von Getreide aus fernen Regionen, um einer herrschenden Hungersnot in einem seiner Gebiete entgegenzuwirken. Seine 7. Frau würde ihm demnächst einen weiteren Sohn schenken und in Kürze würde er seinen Schwager Aristobulos auf Bitten seiner Frau zum Hohepriester küren. Er hatte aber auch schon einen Plan, um ihn rasch danach, wieder aus dem Weg zu räumen. Auch seine Gedanken über die Geburt des Neugeborenen waren in Wahrheit düster „Wenn tatsächlich ein Kind geboren worden ist, welches König werden soll, dann werde ich das unter keinen Umständen zulassen. Denn wer hier König wird und meine Nachfolge antritt, das ist ganz allein meine Entscheidung und ich werde keinen Konkurrenten dulden“. Seit Jahren herrschte er erfolgreich über sein Territorium und er hatte keines Falls die Absicht, dies durch dieses Ereignis zu ändern oder an Einfluss zu verlieren.

Da lag es weich eingebetet im Heu der hölzernen Krippe und Maria strich sanft über die Stirn ihres schlafenden Kindes Jesus. Joseph bedankte sich für weiteren eben erhaltene Geschenke, die er von Besuchern erhalten hatte, die es kaum glauben konnten, dass der Tag gekommen war, auf den sie so lange gewartet hatten und dass dieses Neugeborene dem israelischen Volk und darüber hinaus schon in wenigen Jahren helfen würde auf eine Art und Weise wie es für niemanden sonst auf der Welt möglich war. Jesus war erst ein paar Tage auf der Welt. Doch seine bedeutende Geburt verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Erst besuchten nur Bauern aus den umliegenden Dörfern ihr neugeborenes Kind, bald darauf folgten immer mehr auch Hirten, ganze Hirtenstämme und Nomaden. Joseph kniete nieder neben der Krippe und blickte nieder auf das junge Gesicht seines schlafenden Sohnes Jesus. Er erinnerte sich an die Zeit, als Maria schwanger wurde und er sich sicher war, dass das Kind nicht von ihm war und gar die Absicht hatte, sie zu verlassen. An eine Nacht und einen Traum, als ihm ein Engel namens Gabriel begegnet war und ihn beruhigte, dass seine schwangere Frau keinen anderen Mann hatte und dass das Kind vom heiligen Geist stamme. Und das grosse Tage auf den Neugeborenen Jesus zukommen würden, um das Volk Israels zu befreien. Nach dieser Nacht waren alle Zweifel aus dem Weg geräumt und sie nahmen die beschwerliche Reise zu Fuss nach Bethlehem in Angriff. Nun lag sein Sohn vor ihm und er würde ihn mit aller Macht beschützen, damit er eines fernen Tages seiner Bestimmung folgen konnte. Die Nacht senkte sich über den Tag und sie legten sich schlafen.

Ein paar Tage später näherte sich eine Karawane mit Kamelen und Eseln mit weiteren Besuchern Bethlehem mit seinen schlichten Steinhäusern. Sie hatten eine lange Reise hinter sich. Doch mit jedem Moment wo sie näher an ihr Ziel kamen, wuchs in ihnen die Überzeugung, dass es dieser Augenblick war, auf den so viele Menschen lange Zeit gewartet hatten und dass sie der Stern zum richtigen Ort geführt hatte. Der Weihnachtsstern und die damit verbundene einzigartige Sternenkonstellation, die sie vor wenigen Wochen entdeckt hatten und die sie hat aufhorchen lassen. Die alte Prophezeiung geht in Erfüllung und der Erlöser der Menschen wird in einem einfachen sterblichen Menschenkörper geboren werden. Umso näher sie dem Ort kamen, brauchten sie nur noch den anderen Menschen zu folgen, die auch von der Nachricht mitbekommen hatten und Zeuge des Wunders werden wollten. Leicht ausserhalb der grossen Siedlung fanden sie dann die geschützte Stelle, an dem die Mutter, der Vater und das heilige Kind sich befanden. Die Eltern des Kindes blickten neugierig auf die eintreffenden Fremden, die ihre Kamele absitzen liessen, damit ihre Reiter von ihnen absteigen konnten. Die drei unterschiedlich gekleideten Männer traten näher zur einfachen Unterkunft, die Maria und Joseph gefunden hatten. In einer Höhle und umringt von einigen Ziegen und Schafen, die hier ein Hirte untergebracht hatte und ihnen zur Verfügung gestellt hatte. Die Tiere verfolgten aufmerksam das Geschehen um den Neugeborenen und hatten die junge Familie zwischen ihnen aufgenommen. Die Weisen brachten Geschenke mit. „Sei gegrüsst. Ihr müsst der Vater des Neugeborenen sein“, sagte Balthasar, der älteste unter den eingetroffenen Besuchern. Der bärtige Mann in einfachen Kleidern und mit kräftigen Händen erwiederte: „Ja, mein Name ist Joseph, mein Herr, und wer seid ihr?“ „Ich bin Balthasar aus Babylon und das sind meine Begleiter Caspar und Melchior. Wir kommen, um dem neugeborenen Kind zu huldigen. Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind ihm bis hierher gefolgt. Wir haben Euch auch etwas mitgebracht. “ „Seid willkommen. Dann tretet doch näher. Die Frau neben der Krippe ist meine Frau Maria und das in der Krippe liegende Kind ist unser Sohn, Jesus.“ Die drei Weisen begrüssten Maria und übergaben ihr die Geschenke. Balthasar hatte Gold mitgebracht zur Huldigung des künftigen Königs. Melchior Myrrhe, die Heilpflanze, zur Huldigung des künftigen Heilers und Caspar Weihrauch, zur Huldigung des künftigen Hohenpriesters. Die Eltern erkannten darin ein weiteres eindeutiges Zeichen dafür, wie bedeutend ihr Nachwuchs war, dass diese 3 Weisen den langen Weg auf sich genommen hatten, um ihr Kind zu besuchen und Geschenke brachten , um ihm zu huldigen als der Erlöser. Die 3 Weisen knieten nieder zu Jesus in der Krippe. Sie falteten ihre Hände zusammen und beteten zur Macht Gottes in Jesus und wurden dadurch selber in ihrem Inneren beschenkt und in ihrem Glauben bestärkt. Ein denkwürdiger und wichtiger Moment für das Leben und den Glauben.

Sie würden für eine Nacht hier in der Nähe ihr Lager aufschlagen und am nächsten Tag ihre Rückreise antreten, um Herodes zu berichten und anschliessend die frohe Botschaft weiter zu verbreiten.
Die 3 Weisen standen wieder auf, um den nächsten Besuchern Platz zu machen und erstellten unweit entfernt ihr Lager für die Nacht. Als sich die Nacht über Bethlehem legte und sie eingeschlafen waren, hörten sie eine Stimme: „Kehre nicht mehr zu König Herodes zurück, wie du es ihm versprochen hast. Er hat nicht Gutes im Sinn“. Die Sterndeuter erwachten und erschraken. Bei Tagesanbruch erfuhren sie von einander, dass jeder dieselbe Warnung im Traum gehört hatte. Das konnte kein Zufall sein. Ihrem Brauch folgend, zündeten sie ein Feuer an und beteten Gott dankend in der Flamme dafür an, dass er ihnen ein weiteres Zeichen gegeben hatte. Sie brachen ihr Lager ab und reisten auf anderer Route wieder Richtung Babylon. Sie würden Herodes keinen Bericht erstatten und seine unvorhersehbar schlechten Absichten unterstützen und stattdessen an ihrem Plan festhalten und die frohe Botschaft über die Geburt von Jesus und der Erfüllung der Prophezeiung verbreiten.

Die Tage verstrichen und nach Ablauf der gesetzten Frist wurde Herodes immer ungeduldiger. Er wurde das Gefühl nicht los, dass er keine Nachricht bekommen würde bzw. die Sterndeuter nicht zurückkehren würden. Er wollte keine Zeit mehr verstreichen lassen. Das Risiko war zu gross über die Geburt des prophezeiten Königs. Er rief nach seinem Diener Demokles. Als dieser bei ihm ankam, sagte er: „Geh zu Castor und Pollux. Sie sollen unser Herr versammeln im Hof und anschliessend zu mir kommen. Ich habe einen Auftrag für sie“ „Jawohl eur Gnaden“ erwiderte Demokles und schritt davon. Ein paar Stunden später betraten Castor und Pollux den Besprechungsraum von König Herodes. „Eur Gnaden, das Herr steht zu Euren Diensten bereit“ sagte Castor. Herodes antwortete: „Dann macht Euch auf nach Bethlehem, sucht dort und in der Umgebung nach allen Neugeborenen bis 2-jährigen Knaben und bringt sie um. Wenn ihr damit fertig seit, erwarte ich euren Bericht.“ „Zu Befehl, Eur Gnaden. Wir brechen sofort auf“ Mit diesen Worten verliess er mit Pollux den Raum, um den erhaltenen Auftrag auszuführen.

Maria kam rasch wieder zu Kräften und erholte sich von der Geburt. Es war nur noch eine Frage der Zeit bis sie zurück nach Nazareth reisen würden. Der Tag rückte immer näher, als Joseph mitbekam, dass Männer von Herodes in der Nähe von Bethlehem aufgetaucht waren, die nach einem bestimmten Kind suchten, um es in den Königspalast zu bringen. Als Joseph es mit Maria besprach, wurden sie sich einig, dass es sich nur um Jesus handeln konnte, den sie suchten und dass der König vor hatte ihr Kind umzubringen. Gefahr schwebte in der Luft und sie fragten sich, wie sie überhaupt nach Nazareth zurückkehren konnten, ohne dass sie um die Sicherheit ihres Kindes fürchten mussten. In der folgenden Nacht schlief Joseph schwer, wälzte sich hin und her und begann zu träumen. Ein Bote Gottes erschien ihm und sprach: „Joseph, fliehe mit deinem Kind und seiner Mutter nach Ägypten und bleibe dort, bis dir weiteres gesagt wird.“ Die Erscheinung mit der Stimme verstummte und ein Schrecken fuhr durch Josephs Glieder. Er wachte auf und wusste, was zu tun war. Mitten in der Nacht packten sie ihre wenigen Habseligkeiten zusammen und flohen aus Bethlehem in Richtung Süden, Richtung Ägypten. Sie konnten aktuell nicht nach Nazareth zurückkehren. Die Gefahr für die Zukunft ihres Sohnes war zu gross und sie wollten ihn um keinen Preis verlieren. Joseph folgte dem Zeichen aus seinem Traum und sie nahmen den langen beschwerlichen Fussmarsch nach Ägypten in Angriff.

Obwohl Maria’s Kräfte noch nicht ganz zurück waren, wussten sie, dass sie auf Gott vertrauen durften. Dass er sie schützen würde, ihnen den Weg weisen und auch für ihre Nahrung sorgen würde. Sie würden einen Weg finden, um sich fernab von der Herrschaft von Herodes und seinen Gefahren niederzulassen, eine Bleibe zu finden und in Sicherheit zu Leben, bis sie ein neues Zeichen erhalten würden.

Epilog:
Es spielt keine Rolle an was wir glauben, woher wir kommen oder wofür wir uns einsetzen, jedes Kind auf der Welt ist etwas Besonderes und wir tun alles dafür, dass es ihm gut geht und dass es sicher und mit den besten Erfahrungen aufwachsen kann, auch wenn das nicht immer einfach ist.

In diesem Sinne
Gesegnete Weihnachten
Euch allen.

Copyright © 2015 (25.12.15) by Chris Etterlen

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