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Totale Mondfinsternis 27.07.2018

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So sehen Sie den Blutmond über Deutschland

Die totale Mondinsternis 2018 wird abends am 27. Juli über Deutschland ziehen. Wir zeigen, wie sie den Blutmond beobachten können und wie er entsteht.

  • In der Nacht von Freitag auf Samstag (27./28. Juli) ist die totale Mondfinsternis in Deutschland zu sehen.
  • Es wird die längste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts.
  • Der Mond wird rot am Himmel stehen, was auch als Blutmond bezeichnet wird.
  • Hier finden Sie Uhrzeiten, Wetteraussichten und Tipps für die Beobachtung der Finsternis.

München – Seit Anbeginn der Zeit übt der Mond als magisches Gestirn am Nachthimmel eine Faszination auf die Menschen aus. Umso beeindruckender ist es also, wenn man Zeuge eines seltenen Ereignisses wie einer totalen Mondfinsternis wird. 2018 ist das Glück mit uns und wir können die totale Mondfinsternis sogar von Deutschland aus beobachten. Was sie wissen müssen, um den Mond möglichst gut zu beobachten, erfahren Sie hier. Außerdem erklären wir, woher der Blutmond seine rote Farbe bekommt.

Die totale Mondfinsternis findet im Zeitraum vom 27. bis zum 28. Juli 2018 statt. Im Gegensatz zu der „Super-Blau-Blutmond-Finsternis“, die sich im Januar dieses Jahres ereignete, ist sie auch in Deutschland und im restlichen Europa zu sehen. Zusätzlich kann man das Himmelsspektakel von Südamerika, Afrika, Asien und Australien aus beobachten. So wird der Mond für eine Dauer von einer Stunde und 43 Minuten sehr tief in den Kernschatten der Erde eintreten.

Obwohl der Mond hierzulande bereits teilweise verdunkelt aufgeht, ist die Hauptphase der Finsternis in voller Länge sichtbar. Hier finden Sie eine Finsternis-Simulation für Berlin. Erst am 9. Juni 2123 wird es eine drei Minuten längere Mondfinsternis geben. Und erst an Silvester 2028 wird in Mitteleuropa wieder eine Mondfinsternis – ähnlich wie jetzt – in ihrem vollen Verlauf zu sehen sein.

VIDEO BEITRAG VON SAT 1 NUR IN QUELLE ERSICHTLICH: Längster Blutmond seit langem – Im Juli könnt ihr das Phänomen sehen

Die günstigsten Beobachtungsbedingungen für die bevorstehende Mondfinsternis herrschen laut Deutschem Zentrum für Luft- und Raumfahrt im Süden und Osten Deutschlands. Zumindest dann, wenn klare Sicht bis zum Horizont herrscht. Der Süden ist ein guter Standort, weil dort der Mond bis zum Ende der totalen Verfinsterung immerhin eine Höhe von maximal 16 Grad über dem Horizont erreicht. Im Osten geht der Mond früher auf und die Finsternis ist vollständiger zu sehen.

In jedem Fall empfehlen die Experten, sich einen Beobachtungsplatz zu suchen, von dem aus in südöstlicher Richtung ein freier Blick bis zum Horizont möglich ist. Außerdem sollte der Platz weitgehend frei von störenden Lichtquellen sein. Mit einem Feldstecher ist die Mondfinsternis noch beeindruckender zu beobachten.

Der Wetterbericht sieht für viele Teile Deutschlands sehr vielversprechend aus. In der Nacht von Freitag auf Samstag wird der Himmel zumeist klar genug sein, damit Sie den Blutmond sehen können. In einigen Regionen ist trotzdem mit Wolken und Gewittern zu rechnen. Hier finden Sie einen Ausblick auf das Wetter für die Tage der Mondfinsternis im Juli 2018.

Erfahren Sie hier, in welchen Ländern Sie die beste Sicht auf den Blutmond haben.

Die Phasen der Mondfinsternis 2018 sind an unterschiedlichen Orten zu verschiedenen Zeiten zu sehen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt empfiehlt den Blick auf diese Finsternis-Karte. Dort können Sie gezielt nach der Stadt suchen, in der Sie sich aufhalten. Dadurch erhalten sie ihren Persönlichen Zeitplan für die Verdunkelung in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli.

Wer sich einen Standort in Deutschland ausgesucht hat, muss auf einen unbedeckten Himmel hoffen. Damit Sie wissen, wie der Ablauf des Himmelschauspiels aussieht, finden sie hier ein Beispiel für das, was Sie in München sehen können. Angegeben sind die genauen Uhrzeiten für die verschiedenen Etappen der totalen Mondfinsternis, die in der Landeshauptstadt sichtbar sind:

Etappe Ortszeit in München
Hauptphase beginnt 27. Juli: 21:30:15 Uhr
Maximale Verdunkelung 27. Juli: 22:21:44 Uhr
Hauptphase endet 27. Juli: 23:13:11 Uhr
Partielle Finsternis endet 28. Juli: 00:19:00 Uhr
Halbschattenfinsternis endet 28. Juli: 01:28:38 Uhr

Ab 21:30 Uhr heißt es am 27. Juli für die Münchner also alle Augen auf und Blick Richtung Himmel richten. Ratsam ist es hierbei auch zu einem Fernglas zu greifen, da dies den Anblick des verfinsterten Mondes am Dämmerungshimmel sogar noch eindrucksvoller erscheinen lässt.

Wie weiter oben schon angedeutet, sollten Sie daran denken, dass der Mond nach seinem Aufgang nur sehr allmählich an Höhe gewinnt. Wer in einem dicht bebauten Wohnviertel wohnt, sollte sich schon im Vorfeld nach einem geeigneten Beobachtungsort umschauen. Besonders gut geeignet sind ländlichere Gegenden am Stadtrand, bestenfalls Richtung Osten, um die störende Lichtglocke der Stadt hinter sich zu lassen.

Totale Mondfinsternis 2018 auch in Südeuropa zu sehen

Besser als in Deutschland, lässt sich die partielle und totale Mondfinsternis 2018 in Südosteuropa beobachten. Wer also sowieso vor hatte für den Sommerurlaub in die südlichen Gefilde abzutauchen, kann seine Reise bewusst in Griechenland oder in der Türkei verbringen, um gleichzeitig das besondere Ereignis einer Mondfinsternis mitzunehmen.

Gerade an diesen beliebten Urlaubsorten ist die Garantie auf gutes Wetter ja deutlich erhöht. Das ist insofern wichtig, als dass ein wolkenbedeckter Himmel den Ausblick auf den rot leuchtenden Mond ungemein behindern kann.

Totale Mondfinsternis 2018 in Deutschland – So kommt es zur Finsternis

Eine Mondfinsternis tritt bei Vollmond auf, wenn sich die Erde genau zwischen Sonne und Mond befindet. Die Sonne bescheint hierbei die Erde, welche einen Schatten Richtung Mond wirft. Zieht der Mond durch den Erdschatten (Kernschatten), gibt es eine Mondfinsternis.

Die Besonderheit bei einer totalen Mondfinsternis ist, dass der Mond hierbei vollkommen in den Kernschatten taucht. Bei einer partiellen Mondfinsternis steht er im Gegensatz nur teilweise im Schatten.

Totale Mondfinsternis 2018 – Deshalb ist der Blutmond rot

Bei einer totalen Mondfinsternis schlägt auch das Herz von Fotografen höher, denn es bietet sich ein unglaublicher Blick auf den, in kupferrotes Licht getauchten, Mond. Dieser wird aufgrund seiner intensiven Rotfärbung im Volksmund auch als „Blutmond“ bezeichnet. Die Farbe entsteht durch das Sonnenlicht, das durch die Erdatmosphäre hindurch auf den Mond fällt. Das rote Licht wird bei einer totalen Mondfinsternis am stärksten gebrochen, wohingegen der blaue Anteil des Sonnenlichts bereits in der Erdatmosphäre gebrochen und gestreut wird. Somit ergibt sich ein einzigartiges Fotomotiv.

Warum ist es die längste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts?

Die Dauer der totalen Mondfinsternis ist mit 103 Minuten außergewöhnlich lang. Die Ursache dafür ist die aktuelle Position des Erdtrabanten auf seiner elliptischen Bahn um die Erde. Denn die Finsternis ereignet sich in einer Phase, in der der Mond auf seiner Bahn den größten Abstand zur Erde hat.

Gut 406.000 Kilometer ist der Mond in der Nacht von Freitag auf Samstag von unserem blauen Planeten entfernt. Die durchschnittliche Entfernung zwischen beiden Himmelskörpern beträgt wesentlich geringere 385.000 Kilometer. In größerer Entfernung zur Erde bewegt sich der Mond aber etwas langsamer auf seiner Bahn als in Erdnähe. Deshalb dauert auch die totale Mondfinsternis im Juli 2018 etwas länger.

So gelingen gute Fotos vom Blutmond am Freitag, 27. Juli 2018

Es ist nicht ganz einfach, einen Himmelskörper zu fotografieren. Ulrich Köhler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gab gegenüber der Deutschen Presse-Agentur einige Tipps für Fotografen. Damit Sie den Mond auch schön groß auf das Bild bekommen, führt an einem Teleobjektiv kein Weg vorbei. „200 Millimeter sind gut, 400 sind besser“, sagt Köhler. „Sonst ist man hinterher enttäuscht, wie klein der Mond ist.“ Außerdem sollte nichts verwackeln. Deshalb benötigen Hobbyfotografen entweder ein Stativ oder eine andere feste Unterlage für die Kamera, wie beispielsweise eine Mauer.

Die Empfindlichkeit der Kamera sollten Sie außerdem nicht zu hoch drehen. Hohe ISO-Werte führen schnell dazu, dass Rauschen ins Bild kommt. Eine geringere Empfindlichkeit und längere Belichtungszeit führen zu besseren Ergebnissen.

Blutmond sogar für Alexander Gerst auf der ISS zu sehen

Die Crew auf der Internationalen Raumstation kann die Mondfinsternis im Juli 2018 übrigens auch verfolgen. Der deutsche Astronaut Alexander Gerst und die anderen Crewmitglieder bekommen den Blutmond zu sehen, wenn sie über die Nachtseite der Erde fliegen. Eine Dreiviertelstunde lang bekommen sie dann einen Blick auf das Schauspiel und dürfen sich zusätzlich darüber freuen, dass ihnen garantiert keine Wolken im Weg sind. Astronaut müsste man sein, denkt sich bei solchen Aussichten ganz bestimmt der eine oder andere Hobby-Astronom.

Für alle, die sich am Himmel gut auskennen, ist auch das interessant: Kurz nach der maximalen Verdunkelung wird gegen 22.30 Uhr die ISS am westlichen Himmel aufgehen. Von der Erde aus betrachtet steht sie dann nahe der Venus. Kurz darauf zieht sie am Polarstern vorbei.

Der Blutmond wird von zwei partiellen Sonnenfinsternissen begleitet

Im Zusammenhang mit einer Mondfinsternis kommt es zwei Wochen vor oder nach dieser immer auch zu einer Sonnenfinsternis. So kam es bereits am 13. Juli 2018 im Vorfeld zur totalen Mondfinsternis zu einer partiellen Sonnenfinsternis. Und auch am 11. August 2018 findet erneut eine partielle Sonnenfinsternis statt.

Totale Mondfinsternis 2018 – Mars leuchtet ebenfalls hell am Nachthimmel

Auch andere Erscheinungen am Nachthimmel sind für Hobby-Astronomen ein Grund zur Freude. Unser Nachbarplanet Mars kommt der Erde der Erde in diesen Tage so nahe wie seit 15 Jahren nicht mehr. Daher strahlt der Rote Planet ausnahmsweise sogar heller als der Riesenplanet Jupiter und ist während der Mondfinsternis ebenfalls deutlich am Himmel erkennbar. Der Mars steht nicht ganz so hoch am Himmel wie der Mond, wird aber ebenfalls rötlich leuchten, erklärten Astronomen.

Diese Himmelsereignisse stehen auch noch bevor

Neben den Mondfinsternissen freuen sich Himmelsgucker regelmäßig auch über Sternschnuppen. So ereignete sich beispielsweise erst im Januar 2018 ein Sternschnuppen-Regen der Quadrantiden am Himmelszelt.

Totale Mondfinsternis 2018 – Sondersendung auf ARD-alpha am 27. Juli

ARD-alpha sendet am Freitag, 27. Juli einen Themenabend zur längsten totalen Mondfinsternis des Jahrhunderts. Ab 20.30 Uhr begrüßt Moderatorin Imke Köhler die Zuschauer live vom ESO Supernova Planetarium in Garching. Außerdem wird sie von zwei Experten unterstützt, nämlich der Astrophysikerin Dr. Suzanna Randall und dem Astrophysiker und Mondspezialisten Prof. Ulrich Christensen.

Sie werden darüber sprechen, welche Bedeutung der Mond für die Menschen hat – sowohl für die Wissenschaft als auch für die Raumfahrt und das Leben auf der Erde. Die Sendung dauert bis 22.30 Uhr.

Quelle: merkur.de